
Anna hat an einem Freifach in der Schule teilgenommen. Dort musste sie sich mit 4 unbekannten Jungs zu einer Gruppe zusammen finden. Die Aufgabe war dann, eine eigene Firma zu gründen. Mit allem Drum um Dran. Organigramm aufstellen, Produkt überlegen, BusinessPlan schreiben, Marketingstrategie, Verkaufsplan, Produkt produzieren, alles dokumentieren, abklären ob Schutzrechte Dritter verletzt werden. Broschüren, Flyer, Homepage, Facebook, … erstellen.
Für alle Aktionen gab es klare Vorgaben. Die beiden Lehrer haben einiges erklärt und unterstützt. Aber die Gruppen mussten alles selber machen.
Das ganze lief hier in der Schweiz unter dem Titel YES = Young Enterprise Switzerland. Eine Organisation, die genau für solche Jungunternehmen gedacht ist. Damit möchte die Wirtschaft junge Talente fördern, für Wirtschaft und so was begeistern. Und natürlich auch junge Talente entdecken.
YES macht dies seit 17 Jahren und ist eingebunden in eine Europäisches System. D.h. es gibt einen Schweizer Wettbewerb. Und die Gewinner können auch an den Europäischen Wettbewerb. Einige Teams aus der Vorrunde durften z.B. im April nach Riga und dort Teilnehmen. Hier in Zürich waren 3 Unternehmen aus Russland zu Gast.
Infos zu Annas Firma: http://www.swisso2-official.com/
Dort findest Du mehr über ihr Produkt, die 5 Schüler, die Idee, ….
Die meissten Teams die Mitmachen machen dies in der Oberstufe, meisst im Rahmen ihrer Abiturarbeit. Die sind dann oft schon 18, 19 Jahre alt und haben 3 Jahre Wirtschaft als Schwerpunkt gehabt. Und werden unterstützt von immer den selben Lehrer, die da schon seit Jahren mitmachen und viel Erfahrung haben und alles schon als fertige Vorlagen an die Schüler abgeben.
Annas Gruppe war mit Abstand die jüngste. Anna ist schon 17. Zwei aus der Gruppe werden 17. Die anderen sind erst seit einiger Zeit 16. Bei der Firmengründung und Kontoeröffnung war das Problem, dass es nur 2 16-jährige gab, die das Konto führen durften. 🙂
Das ganze dauert ein Jahr, es gibt vorgegebene Meilensteine, welche die Teilnehmer erreichen müssen.
Insgesamt haben 180 Teams aus der ganzen Schweiz mitgemacht.
Es gibt regionale Vorausscheidungen. Dort wurde in einem Einkaufzentrum ein eigenen Stand aufgestellt und dann musste das Produkt verkauft werden. Die hat Annas Team nicht gewonnen, aber sie kamen in die TOP 50. Und mussten sich in Luzern beweisen. Dort kamen sie in die TOP 25 !!! Und wurden auf jeder „Messe“ von den Alumni von YES interviewed, überprüft, gecheckt und gecoached. Und haben jedes Mal ihren Messestand verbessert, neue Ideen gebracht, und gelernt, sich immer besser zu verkaufen. 🙂

Zwischendurch gab es einen „Media Award“: 10 ausgewählte Miniunternehmen durften sich bei einer Werbeagentur präsentieren und der Sieger bekam ein professionell gedrehtes Werbevideo geschenkt. Welches schweizweit ausgestrahlt wird. Rate mal, welche Truppe gewonnen hat. 🙂 🙂

Das Video wurde leider erst letztes Wochenende in den Bergen gedreht und gestern wurde eine erste Fassung auf der Messe im HB in ZH ausgestrahlt. Es half allerdings noch nicht beim Verkauf von weiteren Flaschen geholfen, weil es so spät kam.

Heute wurde bei der Schlussveranstaltung der besten 25 Unternehmen im Hauptbahnhof in Zürich den Mini-Unternehmen noch ein letztes Mal auf den Zahn gefühlt. Es galt Interviews zu bestehen, Rede und Anwort zu stehen, weiterhin gute Verkaufstätigkeiten zu zeigen und mehrere Unternehmenspräsentationen auf der Bühne durchzuführen.

Am Schluss des Tages wurden folgende Meilensteine prämiert:
Das nachhaltigste Produkt: Ökologisch Praktisch Gut
Die beste Bühnenpräsenz: ….. Die Gewinner waren echt cool! Könnten sofort im Fernsehen anfangen.
Der beste Sales und Marketing Plan: Rate mal wer gewonnen hat. 🙂
Der beste IP Management Review: Rate mal wer gewonnen hat 🙂 und wer ihn mit geschrieben hat 🙂 🙂 ??
Die Juri war begeistert, mit welchen Mitteln und mit was für einem tollen Auftritt die Truppe um Anna ihr Produkt (eine leere Flasche mit Schweizer Luft) vermarktet hat. Und dass sie damit verkaufstechnisch so einen Erfolg hatten. Pesto nach Rezept von Oma verkaufen kann auf dem Weihnachtsmarkt jeder, genauso irgendwelche coolen Mützen an die Mitschüler oder Armbänder oder oder oder. Aber Luft anzubieten und den Kunden zu erzählen, warum sie diese Flaschen kaufen sollen, das ist schon grosse Kunst. Und das wurde zu Recht (m.E. nach) gewürdigt.
Die ganze Truppe hat viel Zeit und Energie hinein gesteckt. Haben intensiv gearbeitet, gute Ideen von schlechten Ideen getrennt, immer wieder weiter optimiert. Ihr Auftreten und ihre Argumentation verbessert. Ein cooles Produkt herstellen lassen. Dies selber gereinigt und verziert.
Eine Super Homepage erstellt. Facebook– und Instagram-Seite natürlich inklusive.
Die Werbetrommel im Radio und der Zeitung gerührt. Innere Probleme mit CEO, CFO, Führungsqualitäten und Mitarbeitermotivation gelöst.
Ich meine, dass sich alle 5 im letzten Jahr deutlich weiter entwickelt haben. Und sie haben viel gelernt. Und tolle Erfahrungen gemacht.
Ach so: Und alles in allem hat Swiss-O2 m.E. nach den Wettbewerb dominiert. Gewonnen wurden:
- Der Goldbach Media Award
- Der Sales und Marketing Award
- IP Management Award
und zum Schluss sind sie dann noch 3. geworden. !!!!
Es gab nur noch ein Team, was 2 Awards gewonnen hat. 3 ist also eine rechte Meisterleistung !
Ein Mega Erfolg für ein so junges Team bei der ersten Teilnahme.

Das IGE Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum (so heisst das ehemalige Schweizer Patentamt) lädt die Truppe ein nach Bern, dort geht es ins Schokoladenmuseum und anschiessend noch zu einer Firmenbesichtigung bei Nestle. Ich habe mich schon als Fahrer freiwillig zu Verfügung gestellt. ?
Die zweiten haben ein Seminar-Wochenende in Engelberg gewonnen. Müssen also weiter lernen. ?
Und die ersten müssen die Schweiz in Luzern in den kommenden Wochen vertreten. Müssen sich also noch einmal 2 Tage auf einer Messe die Füsse platt stehen. Und können aber theoretisch auch dort noch weiter gewinnen.
Anna ist ganz froh, dass jetzt Schluss ist, sie waren alle schon ganz ausgepauert. Ausserdem stehen noch einige Aufgaben in der Schule und im Orchester an.
